Fehlgeburt â€
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Gestern Abend saß ich zusammen mit meiner Freundin bei einem Glas Wein auf dem Balkon und wir haben uns über das Thema Schwangerschaft unterhalten. Meine Freundin hat einen kleinen, supersüßen Sohn und wir haben uns darüber unterhalten, welch ein Wunder es ist, dass wir Frauen fähig sind ein so perfektes, wunderbares Lebewesen auf die Welt zu bringen. Plötzlich wurde unser Gespräch ernster und meine Freundin erzählte mir, dass sie vor mehreren Jahren ihr zweites Kind erwartete, dieses aber im zweiten Monat verlor. Es begann mit Schmerzen und leichten Blutungen und der Arzt verordnete ihr absolute Ruhe und viel Liegen. Sie war sehr beunruhigt und ängstlich und hielt sich strikt an die Anweisungen ihres Gynäkologen. Doch leider war das Unglück nicht mehr aufzuhalten. Eines Abends geschah es: starke Blutungen traten auf, sie fuhr ins Krankenhaus und erfuhr dort, dass sie ihr Kind verloren hatte.

Ohne ein Wort zu sagen nahm ich ihre Hand und hielt sie fest. Wie schrecklich muss dieser Schicksalsschlag für sie gewesen sein! Dennoch hat sie dieses traurige Ereignis gut verarbeitet. Sie erzählte mir, wie sie geweint hat, verzweifelt war und erst einmal Zeit für sich alleine brauchte. Bei einem Sparziergang fand sie wenige Tage nach dem Abgang eine sehr hübsche Muschel, die von der Sonne angestrahlt wurde. Diese nahm sie an sich, schrieb die beiden bereits ausgesuchten Namen für Ihr Baby darauf (ein Jungen- und ein Mädchennamen) und vergrub diese bei sich im Garten. Das habe ich sehr geholfen, sagte sie, es sei eine wichtige Geste des Abschieds gewesen.

Von ihrem Gynäkologen erfuhr sie, dass Fehlgeburten recht häufig sind und jede fünfte bis sechste Schwangerschaft mit einem Abgang endet. Das Risiko ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft am größten. Wir empfanden die Häufigkeit der auftretenden Fehlgeburten beide als sehr hoch und dachten gemeinsam an die vielen Frauen da draußen, die dieses Schicksal auch schon erleiden mussten.

An dieser Stelle möchte ich all diesen Frauen mein Beileid aussprechen und Ihnen viel Kraft und Stärke wünschen. Ihr seid mit diesem Schicksal und der Trauer nicht alleine!

"Du kamst, du gingst mit leiser Spur, ein flüchtiger Gast im Erdenland;
Woher? Wohin? Wir wissen nur: Aus Gottes Hand in Gottes Hand"

(Ludwig Uhland, deutscher Dichter)